Ende August war ich auf einem Fotokurs im De Hoop Nature Reserve. Den Park kenne ich von geführten Touren, die ich als Reiseleiter mit Gästen dorthin gemacht habe. Ich war aber nach der Privatisierung nicht mehr dort gewesen und muss sagen, es hat sich einiges getan.
Der Park selber wird weiterhin von Cape Nature verwaltet und gepflegt, aber die Unterkünfte sind privatisiert worden. Bereits vorhandene Cottages wurden renoviert und es sind weitere neue Unterkünfte hinzugekommen. Für mich ist das Restaurant die wichtigste Neuerung. Bis zum letzten Jahr konnte man im Reservat nur als Selbstversorger übernachten. Nun ist es auch für Urlauber, die z. B. auf einer Garden Route Tour ein oder zwei Nächte im Reservat verbringen möchten, viel bequemer, weil man nicht mehr Essen und Getränke bis hin zu Grillkohle alles mitbringen muss. Das Restaurant ist sehr gemütlich und bei gutem Wetter ist genügend Platz unter freiem Himmel vorhanden. Die Küche ist gut und wer keine Ansprüche auf ein Sterneessen hat, wird dort sehr zufrieden sein.

Das De Hoop Nature Reserve liegt etwa 100 km südlich von Swellendam und ist von der N2 aus über Schotterstraßen gut zu erreichen. Bei trockenem Wetter ist die Fahrt dorthin mit jedem PKW einfach zu bewältigen. Man sollte allerdings sicherstellen, dass der Ersatzreifen intakt ist.
Die Attraktion des Parks ist sein Reichtum an Tieren und Pflanzen. Die Vegetation beinhaltet Fynbos bis hin zu Strandveld. Mit fast 100%iger Sicherheit bekommt man Strauße, Zebras, Eland und Bontebok zu sehen. Vogelliebhaber kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Auf einem gut einstündigen Rundgang am Morgen bekamen wir ca. 40 Vogelarten zu sehen.


Das absolute Highlight des Parks ist der Küstenabschnitt mit den langen Stränden und den fast schneeweißen Dünen. Von den Unterkünften sind es etwa 15 km bis zum Parkplatz und dann ist man nach wenigen Minuten am Strand. Nach Westen hin erstreckt sich ein kilometerlanger flacher Sandstrand und wenn man sich Richtung Osten bewegt, wird es felsiger und der Küstenabschnitt wird in kleine durch Felsen begrenzte Strände aufgeteilt.

Von Juli bis Anfang Dezember sieht man hier enorm viele Wale. De Hoop ist für den Southern Right Wal der bevorzugte Küstenbereich zum Kalben. Die Wale kommen wegen des flach verlaufenden Strandes nicht so nah ans Ufer wie in Hermanus, aber zahlenmäßig sind es hier meiner Ansicht nach mehr.
Die beste Zeit zum Besuch des Parks ist im Frühjahr, also von August bis Oktober. Dann blüht sehr viel und man kann außerdem Wale beobachten. Aber auch zu anderen Jahreszeiten ist der Park immer einen Besuch wert.
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W. Franke
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