Archiv für die Kategorie „Naturreservate, Parks“

Baboons auf der Kaphalbinsel

Sonntag, 7. Februar 2010

Chacma Baboons – Bärenpaviane – kommen im gesamten südlichen Afrika vor. Die Population nimmt zwar ab, die Art an sich ist aber (noch) nicht gefährdet. Etwas anders sieht es auf der Kaphalbinsel aus. Durch eine ständig wachsende Besiedlung und Urbanisierung wurde der Lebensraum dramatisch eingeengt. Die überaus intelligenten Affen haben sich der neuen Situation angepasst und menschliche Siedlungen als neuen Lebensraum und Nahrungsquelle entdeckt, was natürlich zu Konflikten führt. Bis vor wenigen Jahren wurden aggressive Baboons – meistens sind es die Anführer der Troops – abgeschossen; mit negativen Folgen für die ganze Herde. Fehlt das Leittier, zerfällt das gesamte soziale Gefüge. Inzwischen versucht man auf  andere Art und Weise das Problem zu lösen. Ein Baboon Management Team wurde etabliert, um dem Artenschutz als auch den Interessen der Anwohner gerecht zu werden. Wichtigstes Instrumentarium sind die so genannten ‚Baboon-Monitors’. Das sind Festangestellte aus den Townships, die die Herden den ganzen Tag über begleiten und sie von menschlichen Siedlungen fernhalten. Dadurch werden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch Konflikte zwischen Affen und Menschen reduziert.

Baboon

Die Baboons leben in Verbänden mit bis zu 40 Tieren. Auf der Kaphalbinsel gibt es 10 solcher Troops, die allerdings keinen Kontakt zu anderen Gruppen weiter im Inland haben. Im Table Mountain National Park leben 5 Verbände, die sich durch die vielen Besucher an den Menschen gewöhnt haben und wissen, dass es Futter geben kann. Das Füttern ist strengstens verboten und wer dabei erwischt wird, muss mit Geldstrafen rechnen. Die Baboons haben gelernt, Autotüren und Fenster zu öffnen und nehmen alles, was nach Futter aussieht. Werden sie gefüttert, gewöhnen sie sich an Menschen, werden aggressiv wenn man Ihnen Futter verweigert und verlernen es, sich selber Nahrung zu suchen.
Die Bärenpaviane sind Allesfresser und ihre Nahrung besteht sowohl aus pflanzlicher als auch aus tierischer Kost. Auf der Kaphalbinsel haben sie sich ein Verhalten angewöhnt, was für Primaten einmalig ist. Bei Ebbe suchen sie sich im flachen Wasser Muscheln und andere Meeresfrüchte. Vor wenigen Tagen habe ich das auf einer Tagestour mit Gästen erstmals selber beobachten und fotografieren können und das war auch der Anlass für diesen Artikel.

Chacma Baboon

Sicherheitshinweise (für Baboons und Menschen)

1. Baboons NIE füttern!
2. Die Bärenpaviane halten sich gerne auf und an den geteerten Straßen im Park auf, da der Alphalt warm ist und sie viel Nahrung in Form von überfahrenen Insekten und Kleintieren finden. Bitte immer langsam fahren und Fenster und Türen nur einen Spalt weit zum Fotografieren öffnen.
3. Autotüren und Fenster sichern und keine Lebensmittel sichtbar im Auto lassen oder am Körper tragen.
4. Falls die Affen etwas Essbares oder vermeintlich Essbares entdecken, werden sie immer versuchen, es zu bekommen. Wehrt man sich dagegen, können sie ein sehr aggressives Verhalten an den Tag legen und Menschen auch schwer verletzen. Wenn man ihnen überlässt, was sie wollen, passiert nichts und man wird auch nicht angegriffen. Alles, was nicht zum Verzehr geeignet ist wie z.B. Kameras, Videorecorder, Handys, usw. lassen sie nach kurzer Inspektion liegen.
5. Wenn man im Park picknicken oder auch nur etwas essen möchte, sollte man unbedingt darauf achten, dass keine Baboons in der Nähe sind, um oben beschriebene Konfrontationen zu vermeiden.
6. Baboons können sich bei Machtkämpfen verletzen, werden angefahren oder durch Menschen verletzt, die sie durch Steinwürfe oder mit Stöcken vertreiben wollen. Wenn man einen verletzten Baboon sieht, sollte man eine der folgenden Nummer anrufen: 021 780 9100, 021 783 3433 oder 021 715 8081

Ihr W. Franke

Neues vom Addo Elephant Park

Freitag, 13. November 2009

Als der südliche Eingang nahe der N2 zum Addo Elephant Park 2006  eröffnet wurde, war die Fahrt durch das in den Park integrierte Colchester Gebiet lediglich eine landschaftlich schönere Alternative zur R 335. Wild bekam man dort nur selten zu sehen. Das hatte sich in den darauf folgenden Jahren zwar etwas geändert, war bis jetzt aber noch immer nicht optimal.

Büffel

Nun wurden 100 Büffel, 80 Kuhantilopen, 40 Zebras und 20 Eland Antilopen in dieses Gebiet umgesiedelt. Außerdem sind 17 Kilometer Straße hinzugekommen, so dass man nun den Colchester Bereich besser erkunden kann. Mit dem Bau von weiteren 20 Kilometern wird im Januar 2010 begonnen.

Zebra

 

Eland Antilope

Die Rundwege hat man nach Personen benannt, die untrennbar mit der Geschichte des Addo Parks verbunden sind. Der Harvey’s Loop ist nach dem Farmer Harvey benannt, der den letzten 16 Elephanten, die die gnadenlose Jagd des Großwildjägers Pretorius überlebt hatten, Schutz auf seinem Farmgelände gewährt hatte. Der Vukani-Loop erinnert an Harold Trollope – genannt Vukani – dem ersten Parkmanager des 1931 geschaffenen Addo Elephant Parks. Sein großer Verdienst war es, die verbliebenen Elefanten ohne große Verluste von der Harvey Farm in das Gebiet des heutigen Main Camps überführt zu haben.
Gegen Ende 2010 sollen Die Zäune zwischen dem Colchester Bereich und dem zentralen Addo Park entfernt werden, so dass ab dann auch wieder Elefanten, Löwen und anderes Wild im südlichen Bereich des Parks zu sehen sein werden.
Wer sich für die Geschichte des Parks interessiert, findet eine kurze Zusammenfassung auf meiner Addo Elephant Park Webseite.
Herzliche Grüße aus Somerset West
Ihr W. Franke

Silvermine Nature Reserve bei Kapstadt

Sonntag, 27. September 2009

Anfang September trafen sich Mitglieder der Xing Kapstadt Gruppe im Silvermine Nature Reserve zu einer Wanderung. Die Kapstadt Gruppe von Xing umfasst mehr als 1700 Mitglieder und Dank des engagierten Vorsitzenden gibt es viele Treffen und interessante Veranstaltungen. Das Motto der Sektion heißt: Persönliches zählt – Geschäftliches ergibt sich. Gäste sind jederzeit willkommen. Über die angegebene Adresse kann man sich über anstehende Veranstaltungen informieren oder sich kostenlos anmelden.

Aber nun zum eigentlichen Thema, dem Silvermine Nature Reserve. Das Reservat ist Teil des Table Mountain National Parks. Von Kapstadt aus fährt man auf der M3 nach Muizenberg und biegt dann auf den Ou Kaapse Weg Richtung Kommetjie u. Noordhoek ab. Auf der Passhöhe ist der Abzweig zum Eingang des Naturschutzgebietes. Von uns aus Somerset West fährt man zunächst ca. 10 km auf der N2 Richtung Kapstadt und biegt dann auf den Baden Powell Drive nach Muizenberg ab. Von dort geht es weiter nach Norden zum Ou Kaapse Weg.

Silvermine Nature Reserve

Zu Zeiten des Gouverneurs Simon van der Steel (1779 – 1799) gab es Gerüchte über Silbervorkommen in dem Gebiet südlich von Kapstadt. Man erkundete das Gelände genauer und grub auch einen Schacht. Silber wurde allerdings nie gefunden, aber der Name Silvermine blieb erhalten. Eine Frage bei Tourguide-Prüfungen lautet: wie viel Silber wurde im Silvermine Reservat geschürft? Die richtige Antwort lautet natürlich ‚gar nichts’.

Das Reservat liegt südlich von Kapstadt und gehört zum Table Mountain National Park. Der Eintritt kostet R 20 für Erwachsene. Man bewegt sich auf einem Plateau und ich kenne nur wenige Wanderungen, die mit so wenig Aufwand so herrliche Aussichten bieten. Nach Osten kann man über die False Bay bis nach Hangklipp schauen. Mir persönlich hat am besten der Blick nach Westen auf Hout Bay und den Champans Peak gefallen.

Hout Bay

Silvermine Nature Reserve

Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Fynbos und jetzt im Frühjahr blüht besonders viel. Im Park gibt es einen Damm, in dem im Sommer ein Bad für Abkühlung sorgt und am Ufer gibt es einen idealen Platz zum Picknicken. Ich kann allen, die gerne Wandern, aber große Anstrengungen vermeiden möchten, einen Ausflug ins Silvermine Nature Reserve sehr empfehlen.

Viele Grüße aus Somerset West, Südafrika
Ihr W. Franke

De Hoop Nature Reserve

Sonntag, 20. September 2009

Ende August war ich auf einem Fotokurs im De Hoop Nature Reserve. Den Park kenne ich von geführten Touren, die ich als Reiseleiter mit Gästen dorthin gemacht habe. Ich war aber nach der Privatisierung nicht mehr dort gewesen und muss sagen, es hat sich einiges getan.

Der Park selber wird weiterhin von Cape Nature verwaltet und gepflegt, aber die Unterkünfte sind privatisiert worden. Bereits vorhandene Cottages wurden renoviert und es sind weitere neue Unterkünfte hinzugekommen. Für mich ist das Restaurant die wichtigste Neuerung. Bis zum letzten Jahr konnte man im Reservat nur als Selbstversorger übernachten. Nun ist es auch für Urlauber, die z. B. auf einer Garden Route Tour ein oder zwei Nächte im Reservat verbringen möchten, viel bequemer, weil man nicht mehr Essen und Getränke bis hin zu Grillkohle alles mitbringen muss. Das Restaurant ist sehr gemütlich und bei gutem Wetter ist genügend Platz unter freiem Himmel vorhanden. Die Küche ist gut und wer keine Ansprüche auf ein Sterneessen hat, wird dort sehr zufrieden sein.

De Hoop Nature Reserve, Cottage

Das De Hoop Nature Reserve liegt etwa 100 km südlich von Swellendam und ist von der N2 aus über Schotterstraßen gut zu erreichen. Bei trockenem Wetter ist die Fahrt dorthin mit jedem PKW einfach zu bewältigen. Man sollte allerdings sicherstellen, dass der Ersatzreifen intakt ist.

Die Attraktion des Parks ist sein Reichtum an Tieren und Pflanzen. Die Vegetation beinhaltet Fynbos bis hin zu Strandveld. Mit fast 100%iger Sicherheit bekommt man Strauße, Zebras, Eland und Bontebok zu sehen. Vogelliebhaber kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Auf einem gut einstündigen Rundgang am Morgen bekamen wir ca. 40 Vogelarten zu sehen.

De Hoop Nature Reserve, Strauss

de hoop vogel

Das absolute Highlight des Parks ist der Küstenabschnitt mit den langen Stränden und den fast schneeweißen Dünen. Von den Unterkünften sind es etwa 15 km bis zum Parkplatz und dann ist man nach wenigen Minuten am Strand. Nach Westen hin erstreckt sich ein kilometerlanger flacher Sandstrand und wenn man sich Richtung Osten bewegt, wird es felsiger und der Küstenabschnitt wird in kleine durch Felsen begrenzte Strände aufgeteilt.

De Hoop Nature Reserve, Küste

Von Juli bis Anfang Dezember sieht man hier enorm viele Wale. De Hoop ist für den Southern Right Wal der bevorzugte Küstenbereich zum Kalben. Die Wale kommen wegen des flach verlaufenden Strandes nicht so nah ans Ufer wie in Hermanus, aber zahlenmäßig sind es hier meiner Ansicht nach mehr. 

Die beste Zeit zum Besuch des Parks ist im Frühjahr, also von August bis Oktober. Dann blüht sehr viel und man kann außerdem Wale beobachten. Aber auch zu anderen Jahreszeiten ist der Park immer einen Besuch wert.

Links:
De Hoop Nature Reserve
Cape Nature

De Hoop Collection

Ihr
W. Franke